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FIDDLER’S GREEN: Seven Holy Nights

Alle Karten auf den Tisch: Für uns persönlich sind Weihnachtsalben vermutlich die überflüssigste Ausgeburt der Musikindustrie nach Best-Of-Sammlungen, Remix-Platten und sämtlichen Wiederveröffentlichungen aktueller Scheiben als wahlweise „Tour-“, „Special-“, „Deluxe-“, „Extended-“ oder „Complete-Edition“. Doch für FIDDLER’S GREEN, so die Aussage der Erlanger, war eine Scheibe zur ruhigen Jahreszeit offenbar ein lang gehegter Wunsch. Auch deshalb wollen wir unseren inneren Grinch etwas im Zaum halten, zumal wir das Werk der Irish-Folk-Rock-Band nun schon seit vielen, vielen Jahren zu schätzen wissen.

Tatsächlich können FIDDLER’S GREEN ihren innewohnenden Drive und Elan selbst für eine Weihnachtsplatte wie „Seven Holy Nights“ nicht komplett ablegen: Die musikalische DNS der Franken bricht immer wieder ans Tageslicht, wenn etwa „Lord Of The Dance“ mit beschwingtem Rhythmus und geradezu sorglos zum Tanz lädt oder das getragene WINGS-Cover „Mull Of Kintyre“ zwischendurch zum friedlichen Schwelgen in Tagträumen anregt. Das Titelstück wiederum – die einzige Eigenkomposition auf „Seven Holy Nights“ – ist trotz weihnachtlicher Thematik ein typisch aufrüttelnder FIDDLER’S-Track, den man gut und gerne auch direkt ins schweißtreibende Live-Programm der Band aufnehmen könnte.

Teilweise fassen FIDDLER’S GREEN die Definition eines Weihnachtssongs etwas lockerer

Für den festlichen Geist sorgen derweil eine gute Handvoll Weihnachtsklassiker, welche im aufgepeppten Folk-Rock-Gewand zumeist eher belebend, denn besinnlich daherkommen. Dem unverkrampft rockenden „Merry Christmas Everyone“ steht die Frischzellenkur ganz gut, während „I Saw Three Ships“ sowie „Twelve Days Of Christmas“ in der Urversion ohnehin schon wie dafür gemacht sind, von FIDDLER’S GREEN in einer etwas schmissigeren Version dargeboten zu werden. Die Streitfrage, ob es indes eine weitere punkige bzw. rockige Interpretation von „White Christmas“ und „Jingle Bells“ gebraucht hätte, wollen wir an dieser Stelle nicht allzu breittreten.

Dafür sorgen FIDDLER’S GREEN zwischendurch selbst für einen Tapetenwechsel, wenn sie mit Cover-Songs wie dem melancholischen „Danny Boy“ oder der Protest-Hymne „Stop The Cavalry“ die Definition eines Weihnachtssongs selbst etwas lockerer fassen. Das besänftigt schließlich auch den grummelnden Weihnachtsmuffel in uns, der zwischen all der Feiertagsstimmung dennoch genug von dem mitnehmen kann, was die Musik des Gespanns so einzigartig belebend macht.

“Seven Holy Nights” hat auch abseits der Weihnachtsthematik genug vom altbekannten FIDDLER’S-Charme

„Seven Holy Nights“ wird dadurch zwar nicht zum Album für jedermann und schon gar nicht zum legitimen Nachfolger der letzten „richtigen“ Studio-Platte „Heyday“ (2019), hat im Gegenzug allerdings genug Charakter und FIDDLER’S-Charme, um trotz Weihnachtsthematik auch darüber hinaus seine Daseinsberechtigung zu haben. Ein Fazit im Übrigen, das wir bei derartigen Veröffentlichungen alles andere als leichtfertig ziehen.

Veröffentlichungstermin: 2.12.2022

Spielzeit: 39:08

Line-Up

Ralf Albers: Vocals, Acoustic Guitar, Banjo, Mandolin
Pat Prziwara: Vocals, Electric Guitars, Acoustic Guitars, Bouzouki, Mandolin
Tobias Heindl: Violin, Vocals
Stefan Klug: Accordion, Bodhrán
Rainer Schulz: Bass
Frank Jooss: Drums, Percussion

Label: Deaf Shepherd / Indigo

Homepage: http://www.fiddlers.de
Facebook: https://www.facebook.com/Speedfolk/

FIDDLER’S GREEN “Seven Holy Nights” Tracklist

1. Merry Christmas Everyone
2. Merry Christmas Everybody
3. Mull Of Kintyre
4. I Saw Three Ships
5. Twelve Days Of Christmas
6. God Rest Ye Merry, Gentlemen
7. Lord Of The Dance
8. White Christmas
9. Danny Boy
10. Stop The Cavalry
11. Jingle Bells
12. Rudolph, The Red-Nosed Reindeer
13. Seven Holy Nights (Lyric-Video bei YouTube)

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THE GLOOM IN THE CORNER: Trinity

Es ist fast so, als würde man eine story-getriebene Serie irgendwo in der Mitte beginnen: „Trinity“ ist nicht einfach nur ein Konzeptalbum, THE GLOOM IN THE CORNER sind vielmehr eine Konzeptband. Die Geschichte um Geheimorganisationen, Verschwörungen, Rache und besitzergreifende Dämonen („Gloom“) stricken die Australier nun schon seit einem Album und drei EPs, wobei die zahlreichen Wendungen und Enthüllungen durchaus eine dedizierte Comic-Reihe speisen könnten. Nachlesen können wir das alles auch in einer 72-seitigen Zusammenfassung inklusive Charakterbeschreibungen – oder aber wir springen direkt hinein in den Kaninchenbau.

So jedenfalls nennt man in der Welt THE GLOOM IN THE CORNERs die Höllendimension, aus der die drei Hauptfiguren des neuen Handlungsstrangs entkommen müssen. So ambitioniert und faszinierend diese Detailverliebtheit auf textlicher Ebene ist, so abwechslungsreich gestaltet sich die Umsetzung auf songschreiberischer Ebene. Mit einer wahren Flut an Gastsänger:innen und ohne jegliche Berührungsängste definiert das Quartett das gemeine Verständnis zeitgemäßen Metalcores neu.

THE GLOOM IN THE CORNER belohnen unsere Ausdauer mit einem der originellsten Genre-Beiträge der letzten Jahre

Selbstverständlich verlassen sich THE GLOOM IN THE CORNER hin und wieder auf die unverwüstlichen Trademarks: Shouts, tief heruntergestimmte Gitarren, knallharte Breakdowns. Dazu fließen aber derart viele genrefremde Einflüsse mit ein, dass wir nie wissen, was hinter der nächsten Ecke wohl lauern mag. Zugegeben, das ist anfangs so ungewohnt wie gewöhnungsbedürftig, belohnt unsere Ausdauer aber dann mit einem der originellsten Werke, die das Genre in den letzten Jahren gesehen hat.

In puncto Storytelling bedient sich die Band zwischen verteilten Gesangsrollen und gesprochenen Passagen ähnlichen Stilmitteln, wie wir sie sonst aus Musicals kennen, während es instrumental mal sanft, mal unerbittlich zugeht. Zusammen mit Ryo Kinoshita (ex-CRYSTAL LAKE) geht die Formation etwa im brutalen Synth- und Riffgewitter von „Ronin“ auf Zerstörungsorgie, während das symphonische Finale von „Black Rot“ nach dem gefühlvollen Damengesang einen passend dramatischen Kontrast setzt. „From Heaven To Hell“ und „New Order“ wiederum vermählen Djent-Riffing mit Swing-Anleihen, wohingegen das düstere „Behemoth“ ein wenig Sprechgesang einstreut.

“Trinity” ist eine vollgepackte Wundertüte, die aber nicht jedermanns Sache sein dürfte

„Trinity“ wird dadurch bis zum Ende zur kleinen Wundertüte, insbesondere weil sich Frontmann Mikey Arthur selbst unterschiedlichste Gesangsstile zu eigen macht und darüber hinaus durch die starken Gastperformances entsprechend Rückendeckung erhält. Auf diese Weise bleibt vor allem das vereinnahmende „Pandora’s Box“ mit Lauren Babic in Erinnerung, wobei das ruhige „Red Clouds“ dank Piano- und Streicheruntermalung definitiv am weitesten vom Metalcore-Grundgerüst abweicht.

Einen kleinen Vorbehalt gibt es dennoch: Die Art und Weise, wie THE GLOOM IN THE CORNER ihre Geschichten erzählen und überdies musikalisch umsetzen, ist sicherlich nicht für jedermann geeignet. Ähnlich wie es zum Teil bei ICE NINE KILLS der Fall ist, bringt „Trinity“ eine ganze Menge auf einmal zu Tisch. So manches Arrangement kann dadurch je nach Gusto auch mal zu viel, zu überladen wirken, vor allem, wenn sich das eigene Interesse am Plot in Grenzen hält.

Auf “Trinity” brechen THE GLOOM IN THE CORNER verkrustete Gepflogenheiten auf

Doch selbst dann wird es wohl schwer sein, den einzigartigen und unverbrauchten Charakter abzustreiten, mit dem THE GLOOM IN THE CORNER die verkrusteten Core-Gepflogenheiten aufzubrechen wissen. Bester Beleg hierfür ist das achtminütige Schlusskapitel „Hail To The King“ mit Joe Badolato (FIT FOR AN AUTOPSY), wo das Gespann nicht nur in Sachen Theatralik nochmals einen draufsetzt, sondern den Plot mit einem Cliffhanger pausiert, der uns geradezu sehnsüchtig auf die hoffentlich nicht allzu ferne Fortsetzung warten lässt.

Veröffentlichungstermin: 28.10.2022

Spielzeit: 53:50

Line-Up

Mikey Arthur – Vocals
Matt Stevens – Gitarre
Paul Musolino – Bass
Nic Haberle – Drums
Produziert von

Label: SharpTone Records

Homepage: https://www.thegloominthecorner.com/
Facebook: https://www.facebook.com/tgitcband/

THE GLOOM IN THE CORNER “Trinity” Tracklist

1. From Heaven To Hell (Video bei YouTube)
2. Obliteration Imminent
3. Ronin (Video bei YouTube)
4. Black Rot
5. New Order (Video bei YouTube)
6. Clutch
7. Pandora’s Box (Video bei YouTube)
8. Behemoth
9. Gravity
10. Red Clouds
11. Nor Hell A Fury
12. Gatekeeper
13. Hail To The King

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COUNTERPARTS: Tour im April 2023 – Konzerte in Köln, Hamburg, Berlin, Leipzig, München, Nürnberg, Frankfurt,Wien, Aarau

Die Melodic Hardcore-Band COUNTERPARTS kommt im Frühjahr 2023 auf Europatour, um ihr aktuelles Album “A Eulogy For Those Still Here” (2022) live vorzustellen. Neben jeweils einer Show in Österreich und der Schweiz, stehen auch sieben Konzerte in Deutschland auf dem Programm.

Als Support mit dabei sind KUBLAI KHAN TX, PALEFACE sowie DYING WISH.

COUNTERPARTS, KUBLAI KHAN TX, PALEFACE, DYING WISH Tourdaten 2023

  • 14.04.23 Germany Köln Kantine
  • 15.04.23 Germany Hamburg Gruenspan
  • 16.04.23 Germany Berlin Hole 44
  • 18.04.23 Poland Warsaw Hydrozagadka
  • 19.04.23 Czech Republic Prague Rock Cafe
  • 20.04.23 Hungary Budapest Dürer Kert
  • 21.04.23 Austria Wien Szene
  • 22.04.23 Germany Leipzig Conne Island
  • 23.04.23 Germany München Backstage Halle
  • 25.04.23 Switzerland Aarau Kiff
  • 26.04.23 Germany Nürnberg Z-Bau
  • 27.04.23 Germany Frankfurt Das Bett
  • 28.04.23 Netherlands Eindhoven Dyanmo
  • 29.04.23 Belgium Antwerp Trix Club
  • 30.04.23 France Paris La Belleviloise
  • 02.05.23 UK Birmingham The Mill
  • 03.05.23 UK Glasgow Garage
  • 04.05.23 UK Bristol The Fleece
  • 05.05.23 UK Manchester Club Academy
  • 06.05.23 UK London O2 Academy Islington
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NOVA ROCK 2023: Termin und neue Bands für das Festival

Das NOVA ROCK-Festival hat einen Termin: Vom 7. bis 10. Juni 2023 wird im österreichischen Nickelsdorf gefeiert. Tickets gibt es zum Preis von 229,99€ über die offizielle Festival-Homepage. Tagestickets schlagen mit je 99,99€ zu Buche.

Ende November teilten die Organisatoren die dritte Bandwelle mit ihren Besuchern: WITHIN TEMPTATION, YOU ME AT SIX, PUP, VENDED, SUM 41, THREE DAYS GRACE, YONAKA, ELECTRIC CALLBOY, WOLFMOTHER, BARNS COURTNEY, DIRTY HONEY, BLOODYWOOD, LIONHEART, INCUBUS, SKINDRED, BEYOND THE BLACK, NOTHING MORE und LORD OF THE LOST sind 2023 mit dabei.

DIE ÄRZTE, TENACIOUS D und SLIPKNOT gehören zu den Headlinern des NOVA ROCK 2023

Jetzt haben die Veranstalter auch die zweite Ankündigungswelle veröffentlicht: Auf dem Festival spielen demnach THE PRODIGY, DISTURBED, MARTERIA, IN EXTREMO, THE HU, SIMPLE PLAN, ASKING ALEXANDRIA, LORNA SHORE, PÖBEL MC, MESHUGGAH, FUNERAL FOR A FRIEND, BLIND CHANNEL, TAKIDA, THUNDERMOTHER, AVATAR, BURY TOMORROW, AUTUMN BRIDE, ALL FACES DOWN, NIGHTWISH und SCHMUTZKI.

Ende September hatte man die ersten Bands für die nächste Auflage angekündigt: Bislang ganz oben auf dem Billing finden sich SLIPKNOT, TENACIOUS D, BILDERBUCH sowie DIE ÄRZTE. Weiterhin spielen PARKWAY DRIVE, RIN, SKA-P, THE DISTILLERS, YUNGBLUD, POWERWOLF, MOTIONLESS IN WHITE, FEVER 333, CASPER, AMON AMARTH, PAPA ROACH, SCOOTER, I PREVAIL, FEINE SAHNE FISCHFILET, THOMAS D & THE KBCS, BROILERS, ARCHITECTS, VV, HOLLYWOOD UNDEAD, ARCH ENEMY, NOTHING BUT THIEVES, JOSH. sowie SWISS & DIE ANDERN.

Übersicht: NOVA ROCK 2023 Lineup, Billing & Bands

(Stand: 29.11.2022)

Headliner (ohne Gewähr, es gilt der aktuelle Stand)

Alle weiteren Bands beim Nova Rock 2023 in alphabetischer Reihenfolge

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BURY TOMORROW, AUGUST BURNS RED, NOVELISTS FR: Konzertbericht – Backstage Werk, München – 23.11.2022

Wir haben in diesem Konzertjahr 2022 so ziemlich alle Extreme durchlebt: ausverkaufte Mega-Events, schweißtreibende Club-Shows, verschobene sowie abgesagte Gigs und leider auch viele Auftritte, deren Klasse im absoluten Missverhältnis zur enttäuschenden Zuschauerzahl stand. Es gibt folglich auch in diesen turbulenten Zeiten stets Gewinner und Verlierer. Zu den Erstgenannten zählen wir aber in den allermeisten Fällen die Metalcore-Szene, die – zumindest nach unserer eigenen Erfahrung – gerade im Münchner Raum auf einen treuen Zuschauerstamm zählen konnte.

Ganz vor den Nachwirkungen der Pandemie gefeit ist man aber selbst dort nicht: Hier und da erwischte es manch kleinere Band, aber auch das mächtige Tour-Paket aus BURY TOMORROW sowie AUGUST BURNS RED kam nicht ungeschoren davon: Die ursprünglich gebuchten US-Supports THORNHILL und MISS MAY I sprangen nacheinander aus vorwiegend wirtschaftlichen Gründen von der geplanten Europareise ab. Das Glück im Unglück: Die französisch-deutschen NOVELISTS FR waren kurzfristig verfügbar und bereit, als Opening Act in die Bresche zu springen.

Angesichts der vormals misslichen Lage eine klassische Win-Win-Situation für alle Beteiligten, deren Konsequenz eigentlich naheliegt: Die Show im Münchner Backstage ist restlos ausverkauft, obwohl das Konzert an einem Mittwochabend eigentlich recht ungünstig terminiert ist. Doch abhalten kann das weder uns noch die zahlreichen Fans, die schon zur frühen Stunde angereist sind, um sich aus erster Hand von den Live-Qualitäten der einzigen Support-Band zu überzeugen.


NOVELISTS FR

Wenn wir ehrlich sind, gehen wir nicht gänzlich unbedarft in die kommenden 40 Minuten: Bereits im Mai hatten wir NOVELISTS FR auf derselben Bühne und im Vorprogramm von IMMINENCE erlebt. Damals wie heute bildet der in verschiedenen Farben leuchtende Band-Schriftzug den visuellen Rahmen, vor dem die Musiker unentwegt über die Bretter turnen. Abermals Teil des Show-Konzeptes sind die abwechslungsreichen Interludes des aktuellen Albums „Déjà Vu“ (2022), die von Synth-Ambience („Mae“) bis hin zum verträumten Instrumental auf der Akustik-Gitarre („Erre“) reichen.

Wo allerdings im Frühjahr diese ruhigen Zwischenspiele leider im lautstarkem Gemurmel des redseligen Publikums untergegangen sind, haben NOVELISTS FR mittlerweile dazu gelernt: Mal animiert Fronter Tobias Rische während der Einschübe zum Mitklatschen, mal lässt er die Münchner andächtig die Feuerzeuge bzw. Handylichter zücken – oder zieht schlicht durch ein paar Worte die Aufmerksamkeit der Anwesenden nach vorne. Der verdiente Lohn: Selbst die ruhigen Momente des Auftritts bekommen die Plattform, die ihnen zusteht.

Mit der ersten Wall of Death bricht auch das Eis – NOVELISTS FR werden mit offenen Armen empfangen

Den klassischen Tracks der Formation steht man im Backstage Werk ohnehin recht aufgeschlossen gegenüber, obschon man in der Arena trotz des guten Sounds – von den etwas zu leisen Vocals mal abgesehen – ein paar Minuten braucht, um warm zu laufen. „Terrorist“ wird nach dem coolen Schlagzeug-Intro noch eher höflich aufgenommen, bis schließlich der anfangs noch überschaubare Pit durch die Wall of Death in „Do Your Really Wanna Know?“ die zuvor gesteckten Grenzen und damit auch das Eis in der Halle bricht.

Von sauber gespielten Soli in „Smoke Signals“ bis zum Circle Pit in „Heretic“ gibt es von da an einige Schauwerte zu bestaunen, wenngleich sich in Letzterem doch arg viele Backing Tracks bemerkbar machen. Das ist mitunter der modernen Ausrichtung des aktuellen Albums geschuldet, das eben nicht ohne zahlreiche Synthesizer und unterstützende Gesangsspuren auskommt. Der Stimmung in der Halle tut das allerdings keinen Abbruch, obwohl vor allem das ältere Material wie „Gravity“ oder „A Bitter End“ heute für die ersten Höhepunkte sorgt.

NOVELISTS FR liefern heute einen spürbar runderen Auftritt als bei ihrem letzten Münchner Gastspiel

Mit dem getragenen „Lost Cause“ finden NOVELISTS FR jedenfalls ein wunderbar passendes Ende für einen Auftritt, der in anderem Rahmen gut und gerne als Headlining-Act durchgegangen wäre und der selbst ohne Bassist Nico, welcher heute ausnahmsweise hinterm Mischpult Platz nehmen musste, einen wesentlich runderen Eindruck hinterlässt als noch ein halbes Jahr zuvor.

NOVELISTS FR Setlist – ca. 40 Minuten

1. Terrorist
2. Do You Really Wanna Know?
3. Colas
4. Smoke Signals
5. Erre
6. Gravity
7. Mae
8. Heretic
9. A Bitter End
10. Lost Cause

Fotogalerie: NOVELISTS FR


AUGUST BURNS RED

Dass AUGUST BURNS RED in München als erster Headliner auf die Bühne müssen, ist nicht wirklich eine Frage der Popularität. Vielmehr tauschen die beiden Haupt-Acts während ihrer kontinentaleuropäischen Termine des Öfteren die Rollen. Das bestätigt dann auch der Eindruck im vollgepackten Werk, als die US-Amerikaner nach dem ersten Refrain des SYSTEM OF A DOWN-Klassikers „Chop Suey!“ – hier noch vom Band – das Ruder übernehmen und den restlichen Song in ihrem unmissverständlich kraftvollen Stil runterschmettern.

Ein unerwarteter, doch explosiver Start, welcher die Marschrichtung für die nächste Stunde ganz gut vorgibt. Eine Pause gönnen sich AUGUST BURNS RED selbst nämlich genauso wenig wie uns: „Vengeance“, das markige „Bloodletter“, die melodische Hymne „Paramount“ vom aktuellen Album „Guardians“ (2021) – es geht Schlag auf Schlag. Auf der Bühne herrscht dabei munteres Treiben, nicht nur weil Frontmann Jake Luhrs jede Ecke der Bühne unsicher macht und dabei mit großen Gesten sowie einer erdrückenden Präsenz die Blicke auf sich zieht. Brent Rambler und Dustin Davidson etwa tauschen ihrerseits nach den ersten zwölf Minuten die Instrumente, während Lead-Gitarrist JB Brubaker heute jedes Solo auf einem der drei errichteten Podeste zelebriert.

Frontmann Jake Luhrs begrüßt die vereinzelten Crowdsurfer per Faustgruß, während seine Kollegen die Intensität am Anschlag halten

Dass auch bei AUGUST BURNS RED die Vocals für unseren Geschmack einen Tick zu leise sind, trübt das Spektakel nur unwesentlich: Wer Richtung Bühne blickt, wird mit einer höchst engagiert auftretenden Band belohnt, wohingegen der Publikumsbereich alsbald einem regelrechten Schlachtfeld gleicht. Nahezu das vollständige Innenareal der gestuften Halle wird spätestens in „Dismembered Memory“ zum einzigen Moshpit, nachdem man zuvor bereits gemeinsam gesprungen war und in „Meddler“ lautstark mitgesungen hatte. Die vereinzelten Crowdsurfer begrüßt Sänger Jake Luhrs in der Zwischenzeit per Faustgruß, als würde er deren Einsatz besonders zu würdigen wissen.

Mit Ansagen hält sich der Fronter weitgehend zurück – nur ab und an richtet er ein paar kurze Worte an die Zuschauerschaft, bevor es ein weiteres Mal mit dem Kopf durch die Wand geht. Das kommt heute Abend offenbar gut an, schließlich zeigt man im Werk bislang keinerlei Ermüdungserscheinungen, obwohl die Breakdowns zahlreich und die Verschnaufpausen rar gesät sind. Die Daumenschrauben locker lassen AUGUST BURNS RED eigentlich nur kurzzeitig bei „Ghosts“, das mit atmosphärischem Intro und etwas Klargesang besticht. Ein wenig schade, denn etwas mehr Bandbreite darf sich die Band durchaus auch im Live-Kontext erlauben, wie wir finden.

AUGUST BURNS RED halten es (zu) kurz und dafür knackig

Dass das Quintett dagegen lieber auf Nummer sicher geht und auf Altbewährtes setzt, ist allerdings bei dieser überwältigenden Publikumsresonanz mehr als verständlich. Und so beschließt auch heute das Klassiker-Doppel „Mariana’s Trench“ sowie „White Washed“ eine hochintensive, doch insgesamt etwas kurze Headliner-Show.

AUGUST BURNS RED Setlist – ca. 60 Minuten

1. Chop Suey! (SYSTEM OF A DOWN-Cover)
2. Vengeance
3. Bloodletter
4. Paramount
5. Invisible Enemy
6. Meddler
7. Back Burner
8. Dismembered Memory
9. Composure
10. Ghosts
11. Defender
12. King of Sorrow
13. Marianas Trench
14. White Washed

Fotogalerie: AUGUST BURNS RED


BURY TOMORROW

Das lässt uns natürlich mutmaßen, ob wir an diesem Mittwoch nicht sogar vergleichsweise früh ins Bett kommen, schließlich erlöschen bereits um 20 nach Neun ein letztes Mal die Lichter im Backstage, das ab da kein Halten mehr kennt. Den Opener „Choke“ singen die begeisterten Fans in jeder Ecke der Halle mit, bevor man in „Grey (VIXI)“ bereits sorglos auf und ab springt und im Anschluss gerne Sänger Dani Winter-Bates‘ Wunsch einer La-Ola-Welle erfüllt.

Es wirkt fast ein wenig verrückt, was sich in diesen ersten Minuten innerhalb der Location abspielt und doch unterstreicht es das Standing, welches sich BURY TOMORROW mittlerweile auf deutschem Boden erspielt haben. Das wissen die Briten selbst nur zu gut – zumindest zeugt es von strotzendem Selbstbewusstsein, den größten Band-Hit bereits an dritter Position vom Stapel zu lassen: „Black Flame“ wird dementsprechend enthusiastisch zelebriert, dass uns das Sextett im Folgenden erstmal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen muss.

BURY TOMORROW akzeptieren vom Münchner Publikum nicht weniger als die Höchstleistung

Dafür bietet sich natürlich „Earthbound“ bestens an, wo der Circle Pit an Fahrt aufnimmt, nachdem uns die brandneue Single „Abandon Us“ direkt davor mit Groove und Biss den Mund wässrig gemacht hatte. Ein Glück also, dass BURY TOMORROW uns wenig später mit dem bis dato unveröffentlichten „Boltcutter“ einen weiteren Ausblick auf kommende Taten schenken. Die einzige Überraschung im Set mutiert schnell zur Abrissbirne, insbesondere weil Shouter Dani heute stimmlich gut aufgelegt ist und nebenbei mit ausgesprochener Hart-Ei-Attitüde den humorlosen Aufrührer gibt.

Ein „geht nicht“ akzeptieren heute weder er noch seine Mitstreiter: Während Gitarrist Kris Dawson mit deutlicher Gestik und anfeuernder Mimik in der vorderen Reihe den Kontakt zum Publikum sucht, springt Keyboarder und Sänger Tom Pendergrast im Hintergrund immer wieder auf die kleine Kiste zu seinen Füßen, um die Menge anzuheizen. Gesanglich muss sich der zweite Mann am Mikro ohnehin nicht verstecken, obgleich wir den Musiker hinter den oftmals dichten Nebelschwaden so manches Mal beinahe aus den Augen verlieren.

So mitreißend BURY TOMORROW zwischendurch sein mögen, bleibt es letztendlich ein arg kurzes Vergnügen

Als Fixpunkt bleibt dann jedoch immer noch Dani Winter-Bates, welchem die Münchner aus der Hand zu fressen scheinen, selbst wenn er sich hier und da in überlangen und recht generischen Ansagen verliert. Das ist normalerweise kein Beinbruch, schmerzt allerdings aufgrund der dürftigen Spielzeit mehr, als es sollte. Nach den starken „Cannibal“ sowie „DEATH (Ever Colder)“ ist nach rund einer Stunde schon wieder Schicht im Schacht.

Der einzige Wermutstropfen ist somit eher eine Frage der Quantität denn der Qualität, was sich letztlich – und damit irgendwie symptomatisch für unser Konzertjahr 2022 – erneut als ein Aufeinandertreffen der Extreme stilisieren lässt: maximale Intensität trifft spielzeit-technisch auf absolutes Mindestmaß; zwei schweißtreibende Headliner-Auftritte, doch eben nur mit dem Umfang einer Festival-Show.

Obwohl wir uns letztendlich nicht unzufrieden auf den Heimweg machen, empfinden wir diese Reduktion auf das Nötigste bei einem Preis von knapp 40,-€ und gemessen an vergleichbaren Veranstaltungen der letzten Wochen und Monate als etwas mager – zumal das Line-Up bereits im Vorfeld um eine Band zusammengeschrumpft war. Es gebe selbst in diesen Zeiten stets Gewinner und Verlierer, stellten wir eingangs noch mit Blick auf die derzeitige Situation fest. Und obwohl sich an diesem Mittwochabend eigentlich ausnahmslos alle zu erstgenannter Kategorie zählen dürfen, hadern wir im Nachgang noch ein wenig mit dem Resultat. Manchmal hat wohl selbst ein Sieg einen leicht schalen Beigeschmack.

BURY TOMORROW Setlist – ca. 60 Minuten

1. Choke
2. The Grey (VIXI)
3. Black Flame
4. Cemetery
5. LIFE (Paradise Denied)
6. Abandon Us
7. Earthbound
8. The Age
9. Better Below
10. Boltcutter
11. Cannibal
12. DEATH (Ever Colder)

Fotogalerie: BURY TOMORROW

Fotos: Tatjana Braun (https://www.instagram.com/tbraun_photography/)

Veranstalter: Target Concerts GmbH

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DEUTSCHE ALBUMCHARTS: mit DISTURBED, THRESHOLD, CANDLEMASS

Das Jahr muss sich wirklich dem Ende zuneigen, wenn die deutschen Albumcharts hauptsächlich mit Wiederveröffentlichungen zugekleistert werden. ELECTRIC CALLBOY vermelden mit der Neuauflage ihrer Diskografie gleich drei Neueinstiege, davon mit Platz 65 für “Bury Me In Vegas” den ersten Charterfolg für das Debütalbum überhaupt. Ansonsten gibt es u.a. neue Fassungen von NIGHTWISHs “Human. :II: Nature.” (#64), AYREONs “Universal Migrator Part I & II” (#77) und QUEENs “The Miracle (#2).

Ein wenig spannender wird es wenigstens bei den Neuveröffentlichungen. NICKELBACK haben zwar immer noch kein Nummer-eins-Album in Deutschland, dafür aber mit “Get Rollin’” (#7) die achte Top-10-Platte in Folge. Da müssen selbst DISTURBED zurückstecken, die mit “Divisive” (#9) das vierte Mal unter den besten Zehn landen. Nach Platz zwei für “Evolution” (2018) geht es aber diesmal etwas abwärts. Eine ähnliche Tendenz macht sich bei THRESHOLD bemerkbar, deren “Dividing Lines” nach dem 13. Platz für “Legends Of The Shires” (2017) jetzt mit Rang 34 vorliebnehmen muss. Weil auch CANDLEMASS mit “Sweet Evil Sun” (#42) im Vergleich zu “The Door To Doom” (2019, #18) ein wenig schwächeln, scheint es fast so, als würde so manchem Rock- und Metal-Fan gegen Ende des Jahres das Budget knapp werden.

Der Ausblick auf kommende Woche

Wenigstens leert sich so langsam auch der Release-Kalender: Diese Woche gibt es noch “Diversum” von IN THE WOODS…, “The Majesty Of Decay” von JUDICATOR, “Eleveate” von LEE AARON und “Innate Passage” von ELDER, die großen Namen bleiben allerdings aus. Dafür sind weiterhin neu im Handel: “Eclipse Of The Dual moons” von HIGH COMMAND, “Deathwestern” von SPIRITWORLD, “We Are The Chosen” von LEATHER, “Soul Furnace” von BLACK LAVA, “Disquisition On An Execution” von THE LAST TEN SECONDS OF LIFE, “Witnesses” von (ECHO), “Resignation” von KARG, “League Of Distorion” von LEAGUE OF DISTORTION, “Hell Is Where The Heart Is” von OCEANS, “Eclipse” von OUR MIRAGE, “Peace And Conflict” von THE RIVEN, “III” von SWORD sowie “Velocicopter” von RODY WALKER.

Die Neueinstiege vom 25. November 2022

Top 20
02. QUEEN: “The Miracle” (Re-Release, WE)
07. NICKELBACK: “Get Rollin’”
09. DISTURBED: “Divisive”

Top 40
23. IRON MAIDEN: “The Number Of The Beast” (Re-Release, WE)
34. THRESHOLD: “Dividing Lines”
40. THE JIMI HENDRIX EXPERIENCE: “Los Angeles Forum – April 26, 1969 (Live)”

Top 50 und weitere
42. CANDLEMASS: “Sweet Evil Sun”
48. KISS: “Creatures Of The Night” (Re-Release, WE)
49. ELECTRIC CALLBOY: “Crystals” (Re-Release, WE)
60. SOEN: “Atlantis”
64. NIGHTWISH: “Human. :II: Nature.” (Re-Release, WE)
65. ELECTRIC CALLBOY: “Bury Me In Vegas” (Re-Release)
67. ELECTRIC CALLBOY: “We Are The Mess” (Re-Release, WE)
73. U.D.O.: “The Legacy (Best Of)”
77. AYREON: “Universal Migrator Part I & II” (Re-Release)
83. BLACK SABBATH: “Mob Rules” (Re-Release)

Quelle: mtv.de

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CALIBAN: neuer Song “The Shadow”

Die Metalcore-Band CALIBAN präsentiert ihren neuen Song “The Shadow” mit einem Musikvideo bei YouTube. Es handelt sich dabei um das erste neue Material seit dem Studioalbum “Dystopia” (2022). Produziert wurde das Stück von Marc Görtz und Callan Orr.

Im Dezember spielt die Formation einige Konzerte in Deutschland, los geht’s am 1. Dezember 2022 in Nürnberg:
CALIBAN, GHOSTKID, RESOLVE, LEAGUE OF DISTORTION Tourdaten 2022 bei vampster.

Fotogalerie: CALIBAN – Summer Breeze 2022 – 17.08.2022

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ENGST: neuer Song “Hast Du Vielleicht”

Die Rock-Band ENGST hat ein Musikvideo zum Song “Hast Du Vielleicht” online gestellt. Das Stück ist eine Cover-Version des gleichnamigen SONDASCHULE-Tracks und wurde von Sänger Matthias Engst und Pianist Matthias Ramson als Piano-Stück neu arrangiert.

ENGST Line-Up

Matthias Engst | Gesang
Ramin Tehrani | Gitarre
Chris Wendel | Bass
Yuri Cernovolov | Schlagzeug

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BLIND GUARDIAN: Tour im Herbst 2023 – u.a. mit Konzerten in Frankfurt, Berlin, Stuttgart, Köln, Hamburg, Oberhausen und München

BLIND GUARDIAN kommen im Herbst 2023 auf Headliner-Tour, um ihr neues Album “The God Machine” (2022) live vorzustellen. Angesetzt sind dabei Shows in Saarbrücken, Frankfurt, Berlin, Stuttgart, Lichtenfels, Köln, Hamburg, Dresden, Oberhausen, München, Coesfeld sowie Osnabrück. In Österreich ist ein Konzert in Wien geplant.

Tickets gibt es ab sofort u.a. über blind-guardian.liveyourmusic.com.

BLIND GUARDIAN Tourdaten 2023

  • 22.09. Saarbrücken, Garage
  • 23.09. Frankfurt, Batschkapp
  • 28.09. Berlin, Huxleys
  • 29.09. Stuttgart, Liederhalle Beethoven
  • 30.09. Lichtenfels, Stadthalle
  • 02.10. Köln, E-Werk
  • 03.10. Milan, Alcatraz (I)
  • 04.10. Rom, Atlantico (I)
  • 07.10. Athens, Floyd (GR)
  • 13.10. Hamburg, Große Freiheit
  • 14.10. Dresden, Alter Schlachthof
  • 15.10. Oberhausen, Turbinenhalle
  • 16.10. München, Backstage
  • 18.10. Wien, Gasometer
  • 20.10. Coesfeld, Fabrik
  • 21.10. Osnabrück, Hyde Park

Fotogalerie: BLIND GUARDIAN – Summer Breeze 2022 – 20.08.2022

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ABLAZE MY SORROW: neue EP “The Loss Of All Hope” am 27. Januar 2023

Die Melodic Death Metal-Band ABLAZE MY SORROW hat eine neue EP angekündigt: “The Loss Of All Hope” enthält vier neue Tracks und erscheint am 27. Januar 2023 via Black Lion Records.

Das Cover-Artwork gestaltete Gogo Melone.

Zuvor veröffentlichte die Formation das Album “Among Ashes And Monoliths” (2021).

ABLAZE MY SORROW “The Loss Of All Hope” Tracklist

01. Transfiguration (the way of the strong)
02. Boundless
03. Rotten to the core
04. Enclosed in crystals of ice