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TROLLFEST: Flamingo Overlord

TROLLFEST sind seit 2003 das Sauf-Party-Spass-Ventil eines Konglomerats renommierter norwegischer Black Metaller, die sonst bei Bands wie PANTHEON I, SARKOM oder gar BORKNAGAR aktiv sind. Saufsongs über Jägermeister und besoffene Trolle weichen auf dem neunten Album dem Symbol hispanischer Vorgärten der USA: dem Flamingo. Das aktuelle Bandfoto – ein Warnhinweis im Sinne von “Don’t skip leg day” und “Creme dich beim Sonnen ein”? Nein, es sind die Bandmitglieder mit rosaroten Flamingo-Stelzbeinen. Vor dem geistigen Auge sieht man bereits rosarote Festivalszenen, die sonst von einer Band wie ROMPEPROP ausgelöst werden, aufziehen – die Gummiflamingos werden den Trinkhorn-Wikingern eindeutig das Leben schwer machen. 

Technisch versiert mit einem Ausfallsektor

Trotz der rosaroten Lustigkeit wissen TROLLFEST sehr wohl, wie man handwerklich gute Musik erschafft. Schmissige Beats, eingängige Leads – die Parallelen zu neueren KORPIKLAANI und ALESTORM (dort gibts ja einfach Piraten statt Flamingos) sind nicht von der Hand zu weisen. Die ALESTORM-Affinität zu älteren Videogame-Soundtracks haben TROLLFEST ebenfalls für sich entdeckt – so gibt es im Anspieltipp “Flamongous” Super Marioland-Samples aus der NES-Zeit, die die Norweger gewandt in das Gesamtbild einflechten. Der einzige Ausfallsektor bei TROLLFEST 2022 ist leider der Gesang – zu gepresst und erzwungen klingt er auf “Flamongous”, um den nüchternen Hörer zu begeistern. In dieser Hinsicht fallen die Norweger hinter den Kollegen KORPIKLAANI und ALESTORM (noch) zurück, sofern man sich nicht jenseits der Null-Promillegrenze aufhält. 

Mucke für die nächste Bad Taste-Party

TROLLFEST schaffen mit “Flamingo Overlord” Mucke für die nächste Bad Taste-Party (da dürften dann auch SCOOTER nicht in der Playlist fehlen). Nicht jeder Song ist gleichermassen stark und die Qualität des Albums nimmt in der zweiten Hälfte ab, wer aber geschmacklich jenseits der gewohnten Sauflieder sein will, ist mit dem Flamingo-Thema mehr als bedient. So gibt es halt Sangria statt Met und im Vollrausch findet man eh keine Gegenargumente mehr gegen TROLLFEST. Ein Album für die A(lkohol)-Liga…

Veröffentlichungsdatum: 27.05.2022

Spieldauer: 41:58

Label: Napalm Records

Website: https://www.trollfest.com

Line Up
Mr. Seidel (PANTHEON I) – Gitarren
Trollmannen – Vocals
Drekka Dag – Saxofon
Lodd Bolt (SARKOM) – Bass
Fjernkontrollet – Akkordeon, Synths
Bjørn Dugstad Rønnow (BORKNAGAR) – Drums
Fabio Grimdrap – Gitarren
Trollbank – Bouzouki

TROLLFEST  “Flamingo Overlord” Tracklist

1. Dance Like a Pink Flamingo (Lyric-Video bei YouTube)
2. All Drinks on Me (Video bei YouTube)
3. Flamongous
4. Twenty Miles an Hour (Video bei YouTube)
5. The Flamingorilla
6. Flamingo Libre (Video bei YouTube)
7. Piña Colada (Video bei YouTube)
8. Rule the Country
9. The Way You Earn Your Drinks
10. Overlords Have Feelings
11. Bob Venke

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THERION: Beyond Sanctorum, Symphony Masses: Ho Drakon Ho Magas, Lepacca Kliffoth [Re-Releases]

Seit der Gründung 1988 hat Christofer Johnsson mit THERION 17 Full Length-Alben geschaffen. Die Line-Ups – in stetiger Veränderung. Johnsson selber – vom Mordbrandanschlag eines weiblichen BURZUM-Fans auf sein Elternhaus anno 1992 (sie hielt ihn für einen “Posör”) zu einem ruhigeren Leben auf der Insel Gozo bei Malta. 2021 erscheint das 17. Werk “Leviathan”, das sich – sehr modernisiert – trotzdem wieder am legendären “Theli”-Album orientiert. Und nun die unverfälschte Rückschau auf die frühen THERION-Zeiten: “Beyond Sanctorum” aus 1992, “Ho Drakon Ho Magas” aus 1993 und das wegweisende, “Theli”-vorahnende “Lepacca Kliffoth” aus 1995. Zusätzliches Material gibt es auf diesen Re-Releases nicht, wer also die alten Alben noch hat, kann sie getrost ignorieren. Außer natürlich, man hat unter anderem sein “Beyond Sanctorum”-Vinyl auf Discogs für 100 Euro vertickt und will nun einen billigeren physischen Tonträger des Albums wieder sein eigen nennen. Das Remastering der drei Platten ist behutsam.

Drei Etappen der rasanten THERION-Entwicklung

Was bei diesen drei Re-Releases sofort ins Ohr fällt, ist wie rasch sich THERION in den 1990er Jahren entwickelten. “Beyond Sanctorum” ist noch klar dem Stockholmer Death Metal-Geist verpflichtet, rau, ungehobelt, mit vereinzelten Melodie-Aufblitzern. Einer dieser Aufblitzer und DAS Omen auf “Theli” ist der Track “The Way”. Hier zeigen sich diese typischen THERION-Symphonie-Elemente klar und deutlich und die THERION-Geschichte zeigt uns, dass diese schließlich zum Trademark der schwedischen Ausnahmeband werden. Ein Jahr später nehmen diese Elemente weiter zu auf “Ho Drakon Ho Magas”, um dann auf “Lepacca Kliffoth” 1995 das Steuer zu übernehmen. In ihrer Abfolge zeigen diese drei Re-Releases die Weiterentwicklung THERIONs eindrücklich, vor allem wenn man bedenkt, wie rasant sich die Musik THERIONs in den 90ern entwickelte. Man kann vom 2021er Werk “Leviathan” halten, was man will, doch die Alben “Beyond Sanctorum”, “Ho Drakon Ho Magas” und vor allem “Lepacca Kliffoth” gehören in die CD-Sammlung eines jeden THERION-Fans. 

Veröffentlichungstermin: 08.04.2022

Spieldauer: 46:15, 37:49 und 41:18

Label: Hammerheart Records

Website:  https://www.therion.se

Line Up
Christofer Johnsson – Vocals, Gitarre, Kompositionen. Einziges fixes THERION-Mitglied.

 

THERION “Beyond Sanctorum” Tracklist

1. Future Consciousness
2. Pandemonic Outbreak
3. Cthulhu
4. Symphony of the Dead
5. Beyond Sanctorum
6. Enter the Depths of Eternal Darkness
7. Illusions of Life
8. The Way
9. Paths
10. Tyrants of the Damned (CD Bonustrack)

THERION  “Symphony Masses: Ho Drakon Ho Megas” Tracklist

1. Baal Reginon
2. Dark Princess Naamah
3. A Black Rose
4. Symphoni Drakonis Inferni
5. Dawn of Perishness
6. The Eye of the Eclipse
7. The Ritual Dance of the Yezidis
8. Powerdance
9. Procreation of Eternity
10. Ho Dracon Ho Megas Act 1 – The Dragon Throne
11. Ho Dracon Ho Megas Act 2 – Fire and Ecstacy

THERION “Lepacca Kliffoth” Tracklist

1. The Wings of the Hydra
2. Melez
3. Arrival of the Darkest Queen
4. The Beauty in Black
5. Riders of Theli
6. Black
7. Darkness Eve
8. Sorrows of the Moon
9. Let the New Day Begin
10. Lepaca Kliffoth
11. Evocation of Vovin
12. Enter the Voids (CD Bonustrack)
13. The Veil of Golden Spheres (CD Bonustrack)

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LORD BELIAL: Rapture

Um LORD BELIAL war es lange still – 2008 ließen die schwedischen Black Metaller das letzte Mal mit “The Black Curse” von sich hören. Mit “Rapture” steht das neunte Album in den Startlöchern und LORD BELIAL setzen vor allem auf zwei Komponenten: Satan und Schnelligkeit. Die Produktion ist entsprechend modern und man denkt unmittelbar an DARK FUNERALs aktuelles Album “We Are the Apocalypse”, wenn “Rapture” aus den Boxen ballert. 

Fern der Ursprünge

“Rapture” zeigt vor allem, wie weit LORD BELIAL von ihren Anfängen weg sind. Thematisch spielt Luzifer noch immer die Hauptrolle, aber musikalisch ist “Enter the moonlight gate” lange, lange her. Das rasante “On a Throne of Souls” könnte auch von DARK FUNERAL sein und die typisch schwedischen Lead-Harmonien erinnern an neuere SETHERIAL oder NAGLFAR. Damit bedienen LORD BELIAL anno 2022 ein ganz spezifisches Fan-Segment und “Rapture” erlaubt sich keine handwerklichen Schwächen. Gleichzeitig fehlt es aber etwas an der Atmosphäre aus frühen Zeiten und den neuen Songs mangelt es an Eigenständigkeit. Wer schnellen Schwarzmetall schwedischer Machart völlig angefressen (aber wirklich völlig angefressen) sammelt, wird an LORD BELIALs “Rapture” seine dunkle Freude haben – wer auf Wiedererkennungswert und fesselnde Atmosphäre abfährt, bleibt wohl lieber nostalgisch verhaftet bei “Enter the moonlight gate”. 

Veröffentlichungsdatum: 27.05.2022

Spieldauer: 50:00

Label: Hammerheart Records

Website: https://www.facebook.com/lordbelialband

Line Up
Micke Backelin – Drums, Bass
Niclas Pepa Green – Gitarren, Bass
Thomas Backelin – Gitarren, Vocals, Bass

LORD BELIAL “Rapture” Tracklist

01. Legion
02. On a Throne of Souls (Audio bei YouTube)
03. Rapture of Belial
04. Destruction
05. Belie all Gods (Audio bei YouTube)
06. Evil Incarnate
07. Lux Luciferi (Audio bei YouTube)
08. Infinite Darkness and Death
09. Alpha and Omega
10. Lamentations

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KVAEN: The Great Below

KVAENs Zweitling “The Great Below” liest sich Line Up-technisch wie eine Who-is-who-Liste des schwedischen Death und Black Metals. Mitglieder von NETHERBIRD, NECROPHOBIC und ARCH ENEMY mischen mit und unterstützen das zweite Werk von Jakob Björnfot und seinem Session Drummer Tommi Tuhkala mit zusätzlichen Vocals oder atemberaubenden Gitarrensoli. Und schon nach wenigen Sekunden von “The Great Below” wird klar, dass die Liste der Gastmusiker keine ästhetische Augenwischerei ist: “The Great Below” geht von der ersten Sekunde an zur Sache, als gäbe es kein Morgen. Authentisch produziert, stimmig komponiert und leidenschaftlich davon beseelt, melodiösen Black / Death Metal schwedischer Machart zu bieten, der keine Wünsche offen lässt – KVAEN wissen genau, was sie tun.

Gitarrist Jeff Loomis und seine Handschrift

Schon KVAENs 2020er Debüt “The Funeral Pyre” gab einer Reihe von talentierten Gastmusikern eine düstere Spielwiese, doch “The Great Below” setzt nochmals einen drauf. Selbst ein Nicht-Die-hard-NEVERMORE-Fan erkennt Jeff Loomis (NEVERMORE, ARCH ENEMY) und seine giftige Klampfe im Titeltrack. Ein wahres Hörvergnügen. Vor allem im Gitarrenbereich legen KVAEN ja gern eine gewisse rasante Detailverliebtheit an die Nacht und in dieser Hinsicht werfen sie auf “The Great Below” noch ein paar Scheite mehr ins lodernde Feuer. Pausieren tun KVAEN trotz ihrer Melodiösität nicht, Durchhänger gibt es keine und die Schweden zeigen unter anderem auf dem langsameren “Ensamvarg” ihre Melodieverliebtheit. Kitschig wird es indes nie und hier und da führt man sich an KEEP OF KALESSIN erinnert. 

KVAEN beherrschen Technik im Dienste des Songwriting

KVAEN zeigen über die ganze Spieldauer von “The Great Below”, dass sie technische Spielereien stets in den Dienst des Songwritings stellen. Einen ganz direkten Fingerzeig zu DISSECTIONs “No Dreams Breed in Breathless Sleep”-Abschluss von “Storm of the Light`s Bane” leisten sich KVAEN in “The Fire within him Burns”, indem sie ihr Album ebenfalls mit einer melancholischen Pianomelodie abschliessen. Alles in allem gelingt KVAEN 2022 also ein mehr als überzeugender Wurf und “The Great Below” dürfte nicht nur gitarrenaffine Melodic Black Metaller begeistern. 

Veröffentlichungstermin: 25.03.2022

Spieldauer: 39:00

Label: Black Lion Records

Website: https://kvaen.bandcamp.com

Line Up

Jakob Björnfot (AUTUMN DEATH) – Vocals, Bass, Gitarren
Tommi Tuhkala (Ex-AMON AMARTH) – Session Drums

Gastmusiker
Mathias “Vreth” Lillmåns (FINNTROLL) – Vocals (Track 6)
Nephente Fridell (NETHERBIRD, RIKET, – Vocals  (Track 3)
Sebastian Ramstedt (NECROPHOBIC, IN APHELION) – Gitarrensolo (Track 6)
Mike Wead (KING DIAMOND) – Gitarrensolo (Track 4)
Jeff Loomis (ARCH ENEMY, Ex-NEVERMORE) – Gitarre (Track 2)
Rasmus Rova (AUTUMN DEATH) – Akkordeon, Vocals (Track 6)
Robin Mattsson (MEADOWS END) – Piano (Track 8) 

Trackliste
1. Cauldron of plagues
2. The great below
3. In silence
4. Damnations jaw
5. Sulphur fire
6. Ensamvarg
7. Your mighty has fallen
8. The fire within him burns

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MY SLEEPING KARMA: neues Album “Atma” am 29. Juli 2022

Die Psychedelic Rock-Band MY SLEEPING KARMA präsentiert ihr neues Album “Atma” mit einer ersten Single: “Prema” gibt es als Clip bei YouTube. Die Formation kommentiert Platte und Musikvideo wie folgt:

“Die Gesellschaft verliert sich immer mehr in einem Dschungel, in dem jeder gegen jeden kämpft, und wir hätten damals nie gedacht, dass es im Jahr 2022 noch schlimmer sein würde. Neben der neuesten Pandemie oder dem russisch-ukrainischen Krieg sind so viele Menschen täglich mit massiven Konflikten konfrontiert.

Letztendlich besteht immer die Hoffnung, dass die Welt wieder besser wird, wenn die Menschheit es begreift. Die Liebe ist der Schlüssel und der Frieden beginnt in jedem Einzelnen. Der Videotrack ‘Prema’ erzählt diese Geschichte und das ganze Album dreht sich darum. ‘Atma’ richtet sich mit Liebe an unsere lieben Familien, Freunde und Fans. Danke, dass ihr uns über die Jahre und besonders in den letzten dunklen Zeiten unterstützt habt.”

Aufgenommen und gemischt wurde “Atma” von Schlagzeuger Steffen Weigand in den New Life Studios. Das Mastering übernahm Andreas Balaskas in den Masterlab Studios in Berlin. Für das Artwork wiederum zeichnet Sebastian Jerke verantwortlich.

“Atma” erscheint am 29. Juli 2022 in diversen Formaten:

  • Digisleeve CD Edition
  • 1LP Gatefold Black & 12 Page Booklet
  • 1LP Gatefold & 12 Page Booklet GOLD LTD 300 Copies
  • 1LP Gatefold & 12 Page Booklet TRANSPARENT TURQUOISE PURPLE SPLATTER LTD 500 St.
  • Vinyl Hardcover Book (1LP Gatefold CLEAR + 10″ Vinyl CLEAR (2 Bonus Tracks) – 48 Page Booklet LTD 500 St.
  • Digisleeve CD Edition & Canvas Edition (nur bei Napalm EU)
  • Digisleeve CD Edition & Shirt (nur bei Napalm EU)
  • Digital

MY SLEEPING KARMA “Atma” Tracklist

1. Maya Shakti
2. Prema (Video bei YouTube)
3. Mukti
4. Avatara
5. Pralaya
6. Ananda

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THE HU: neue Single “This Is Mongol” & neues Album

Die mongolische Rockband THE HU stellt mit einem Video zu “This Is Mongol”  den ersten Song ihres neuen Albums vor.

Das zweite Studioalbum der Band soll noch in diesem Jahr über Better Noise Music erscheinen.

THE HU-Sänger Gala sagt über das neue Album:

“Unser zweites Album haben wir während des Covid-Lockdowns aufgenommen. Wir nutzten diese Zeit und haben unser Bestes und wirklich viel Energie in die Platte gesteckt.  Deshalb hoffen wir, dass wir unseren Hörern einzigartige Songs präsentieren können!”

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DARK FUNERAL: We are the apocalypse

Sechs Jahre nach “Where shadows forever reign” huldigen DARK FUNERAL auf ihrem siebten Album “We are the apocalypse” dem Fürst der Finsternis. An Schnelligkeit haben die schwedischen Black Metaller nichts eingebüßt, auch wenn in diesem Bereich die (hoch angelegte) Obergrenze schon vor einigen Jahren erreicht worden war. Da geben sich DARK FUNERAL also mit ihrem individuellen Geschwindigkeitsniveau (das für viele Bands außerhalb ihrer Musikinteressen liegt) zufrieden. Positiv ist, dass die Entwicklung zu einer mehr und mehr klinischen Produktion auf “We are the apocalypse” nicht weiter verfolgt wird. Klar, die Drums erinnern zum Teil an eine Amphetamin-getränkte Nähmaschine, aber im Großen und Ganzen fällt “We are the apocalpyse” erfrischend natürlich aus von der Produktion her. 

Bewährte Themen im schwedischen Melodiengewand

DARK FUNERAL zeigen nicht nur in “Let the Devil in” und “Leviathan”, dass sie auch mal den Fuß vom Gas nehmen können. Die so besser zur Geltung kommenden schwedischen Melodien sind schon fast im Melodiesektor von DIABOLICAL anzusiedeln, wenngleich DARK FUNERAL im Unterschied zu ihren jüngeren Landsleuten wesentlich rascher wieder in Hochgeschwindigkeitsgefilde ausbrechen. Und das tun die Schweden um Lord Ahriman mit viel Leidenschaft und ohne negativen Alterserscheinungen. Klar setzen DARK FUNERAL auf bewährte Themen (der Teufel verlässt die Welt schließlich nicht ohne Apokalypse), doch sie deswegen als altmodisch zu ignorieren, wäre genau so doof, wie CRADLE OF FILTHs “Existence is futile” aus demselben Grund auf die Strafbank zu verbannen. 

Antichristen in deiner Region hören das auch

Alles in allem ist “We are the apocalypse” ein gutes DARK FUNERAL-Werk. Klar ist es nicht legendär wie “Secrets of the Black Arts”, aber nur den wenigsten Bands ist es vergönnt, mehr als ein legendäres Album in ihrer Karriere zu erschaffen. DARK FUNERAL haben schon damals ihren dunklen Weg mit Geschwindigkeit und Teufelsanbetung geplättet, und “We are the apocalypse” schlägt den gleichen Weg ein. Ein flottes, diabolisches Album für die überregionale Antichristen-Hörgemeinschaft, die sich gerne die Ohren durchpusten lässt. 

Veröffentlichungsdatum: 18.03.2022

Spieldauer: 43:44

Label: Century Media

Website: https://www.darkfuneral.se

Line Up
Lord Ahriman – Gitarren
Chaq Mol – Gitarren
Heljarmadr – Vocals
Adra-Melek – Bass
Jalomaah – Drums

DARK FUNERAL “We Are The Apocalypse” Tracklist

Nightfall (Video bei YouTube)
Let The Devil In (Video bei YouTube)
When Our Vengeance Is Done
Nosferatu
When I’m Gone
Beyond The Grave
A Beast To Praise
Leviathan (Video bei YouTube)
We Are The Apocalypse

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FLAMES OF FIRE: Flames of Fire

Ja, das gaze Runderherum bei FLAMES OF FIRE ist allzu plakativ und vorhersehbar. Angefangen beim Bandnamen, über das zusammengestöpselte Line-Up – als wäre Frontiers Music dahinter gestanden -, bis hin zu den erwartbaren Melodic / Power Metal Songs mit den leider eher schwachen Lyrics.

“Flames of Fire” geht gut ins Ohr

Musikalisch gibt es aber durchaus Songs, die gut ins Ohr gehen. Das fängt beim gut gewählten Opener “Gloria” an, der zurecht als erste Vorab-Single gewählt wurde, selbst wenn es (vom Text her) nicht viel zu berichten gibt: das gesungene “Gloria” wird gefühlt 100 Mal wiederholt. Da mag es nicht überraschen, dass eines der Haupthemen der Band das Christentum ist. Auch “I Am” gefällt ganz gut, als dass hier ein Stück weit Dramatik vermittelt wird – ebenso wie in den Strophen von “Soldiers of the King”, wo dann aber der Refrain nur mäßig ist. Zudem hat auch “Time to Live” seinen Reiz, wenn der Mainstream-Gesang den Konterpart zu schön heraus gearbeiteten Bass-Spuren bildet.

Gesang von Christian Liljegren ist das FLAMES OF FIRE-Aushängeschild

Generell ist der Gesang von Christian Liljegren (NARNIA) mit das Aushängeschild der Band. Gut gefällt dieser in “Solution”, wo er recht kraftvoll ausgefallen ist. Leider bietet der Song kompositorisch für die Songlänge zu wenig, weil er durchgehend im gemäßigten Midtempo gehalten ist, dafür aber von symphonischen Elementen nett untermalt wird.

“Nett” ist dann irgendwie auch das Stichwort für das ganze Album, als dass man sich hier keine große Tiefe erwarten darf. FLAMES OF FIRE arbeiten songdienlich gut zusammen, bauen immer wieder Gitarren-Soli ein und klingen so weit austauschbar, dass die Songs gerade deshalb auch wieder gut hörbar sind.

Veröffentlichungstermin: 18.03.2022

Spielzeit: 36:48 Min.

Line-Up:
Christian Liljegren – Gesang
Mats-Åke Andersson – Gitarre
Jani Stefanovic – Gitarre, Keyboards & Schlagzeug
Stephen Carlson – Gitarre
Per Schelander – Bass

Label: Melodic Passion Records

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/flamesoffireofficial

FLAMES OF FIRE “Flames of Fire” Tracklist

1. New Dawn
2. Gloria (Video bei YouTube)
3. Flames of Fire
4. Madness
5. I Am
6. Time to Live
7. Solution
8. Soldiers of the King
9. Ending Theme

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ULRIKE SEROWY: Leipzig lässt mich zum Glück nicht los

Ulrike Serowy wagt sich nach der Erzählung “Skogtatt” an ihren ersten Roman, “Wölfe vor der Stadt”. Dieser überrascht mit seinem eleganten Verwischen der Grenzen zwischen Märchen, Realität und Magie. Zeit also, bei der deutschen Autorin mehr über die Geschichte hinter Johannes und Helena herauszufinden. 

“Wölfe vor der Stadt” ist dein Debütroman nach der Erzählung “Skogtatt”. Hattest du ein bestimmtes Publikum im Sinn als du daran schriebst? Wenn ja, was für eines?

Im Grunde ja – zumindest habe ich gehofft, dass bestimmte Menschen das Buch finden werden. Solche, die gerne Bands wie die SISTERS OF MERCY, ältere (DOLCH) und RUINS OF BEVERAST hören, die Melancholie und nächtliche Städte lieben und sich fragen, was das alles soll, ob Normalitäten überhaupt sein müssen. Menschen, denen Musik und Kunst wichtig ist und die darin den Schauder suchen, den man fühlt, wenn man auf etwas trifft, das größer ist als wir.
Ich wollte mit dieser Geschichte überdies einen Ort schaffen, an den ich auch selbst zurückkehren kann, wenn ich dieses Gefühl suche. Dass es andere gibt, die mit dorthin kommen wollen, ist ein großes Glück.

Das Märchen vom “Bösen Wolf”

Es wird schon in den ersten Sätzen von “Wölfe vor der Stadt” klar, dass dieses Buch kein “Skogtatt 2” ist. Allerdings sind Wölfe ja im Black Metal schon populär – man denke etwa an ULVER. Was verbindest du mit “Wölfen”?

Was mich an ihnen interessiert, ist, dass sie immer an der Schwelle zum Mythos existieren. Das wird besonders im Augenblick deutlich, jetzt, wo sie tatsächlich zurückkehren und die Nachrichten voll sind mit Meldungen über Wolfsrisse – unterschwellig ist da immer eine Angst zu spüren, die, so glaube ich, nicht nur mit dem Tier, sondern auch mit den Geschichten zu tun hat, mit denen es unlöslich verwoben ist. Wer von uns ist schließlich nicht mit den Märchen vom „Bösen Wolf“ aufgewachsen?

Er wirft auch die Frage auf, wie man mit dem Fremden umgehen soll, das zu einem kommt und potentiell bedrohlich ist. 

Die Gestalt des Johannes und der geheimnisvolle Gürtel haben für mich schon etwas “Märchenhaftes”. Dein Roman lässt indes viel Interpretationsspielraum offen und ich fragte mich bisweilen, ob es zu Johannes noch eine ausführlichere Hintergrundgeschichte gibt. Schwirrt dir da textmässig etwas im Kopf herum?

Johannes ist, soweit ich das sagen kann, tatsächlich ein ganz normaler, netter Kerl von nebenan, der nur einfach großes Pech hatte; man könnte erzählen, wie es ihm ergangen ist, bis er Helena getroffen hat (nicht so gut) und wie es mit ihm nach dem Buch weitergehen könnte – aber tatsächlich „weiß“ ich darüber nichts. Er ist auch für mich wieder im Nebel verschwunden. Vielleicht könnte ich ihn aufstöbern, aber er wird immer noch das Gleiche wollen wie im Buch. Nur, ob er es gefunden hat, oder finden wird? Ich fürchte nicht…

Stark von Leipzig inspiriert

Bei deinen beinahe schon unheimlichen Beschreibungen der Stadt ertappte ich mich manchmal dabei, dass ich mir vorstellte, das Buch spiele in Leipzig. Hattest du eine bestimmte Stadt im Sinn für “Wölfe vor der Stadt”? Oder sind es eher Eindrücke mehrerer Städte, die hier zusammenspielen?

Du hast Recht, tatsächlich ist die Beschreibung der Stadt stark von Leipzig inspiriert. Die Stadt ist mir sehr wichtig, besonders auch was mein Schreiben angeht. Ich war in den letzten Jahren immer mal wieder da, meine allererste Lesung, damals aus „Skogtatt“, hatte ich in einem „Wächterhaus“, einem leerstehenden Haus, das Menschen mietfrei bewohnen durften, um es wieder nutzbar zu machen. Dieses Gefühl, dass man dort einer Leere etwas entgegensetzt, einer Leere, die, wenn man nichts tut, Überhand nimmt, und diese langen Ausfallstraßen mit ihren eigentlich sehr schönen, aber doch dunkel und verlassen wirkenden Häusern, ja, davon ist viel im Buch.

Ein wenig Köln und Berlin habe ich aber auch verarbeitet. Der große, schwarzglitzernde Fluss ist zum Beispiel vom nächtlichen Rhein inspiriert.

Ja, der Fluss wollte nicht so in mein Leipzig-Gefühl passen… Welche Musik eignet sich deiner Meinung nach zum Lesen von “Wölfe vor der Stadt”?

Dunkle, melancholische, harsche, kitschfreie Musik. Oben habe ich ein paar genannt, dazu wären noch ASH BORER, FELL VOICES und TUSEN ÅR UNDER JORD wichtig, weil ich die beim Schreiben und Redigieren viel gehört habe. Wenn ich mich auf eine einzige Band beschränken müsste, um dem Buch eine klangliche Entsprechung zu geben, dann wären das MENACE RUINE. Sie haben etwas an sich, dass vergangene Größe beschwört, eine prachtvolle Melancholie, die fast schon byzantinisch ist, wie abgeblättertes Gold.

Haushofer und Schmidt als literarische Entdeckungen

Bei Bands frage ich meistens nach Musikalbumsfavoriten – wie sieht es bei dir mit “Buchentdeckungen” aus in den letzten Jahren? Welcher Roman hat dich da so richtig mitgerissen?

Da muss ich zunächst „Die Wand“ von Marlen Haushofer nennen. Das habe ich schon vor einigen Jahren entdeckt, aber seitdem ist wenig an dieses Buch herangekommen. Haushofer hat eine wahnsinnig klare Sprache, es gibt keine unnötigen Schnörkel, keine Überflüssigkeiten, und doch gelingt ihr es, eine üppige, fast schon greifbare Welt zu zeichnen. Gleichzeitig ist das Buch der reinste Black Metal, in seiner Menschen- und Weltverachtung, in seiner totalen Kompromisslosigkeit. 

Zuletzt hat mich ein Antiquariatsfund sehr in seinen Bann geschlagen: „Rauhnächte“ von Christa Schmidt, meine Ausgabe ist von 1996. Ich habe es erst letztes Jahr entdeckt, aber ich war wie geplättet, als ich es gelesen habe, denn es erschien mir fast wie die „große Schwester“ meiner „Wölfe vor der Stadt“ – von vielen Geheimnissen durchwoben, mit Figuren, die sich begegnen, aber nicht finden, die sich zwischen den Zeiten zu bewegen scheinen, insgesamt aber viel komplexer, politischer, ernsthafter, größer. Eine erwachsenere Version von dem, was ich mit den Wölfen erreichen wollte. Es war ein bisschen so, als läge darin eine gewisse Seelenverwandtschaft. Und es kommen sogar die SISTERS OF MERCY drin vor! 

Kein Wort zu viel brauchen

Spannend! Gibt es eine Autorin bzw. einen Autor, die/den du als Vorbild für dein eigenes Schreiben bezeichnen würdest? Wenn ja, wen? 

Keinen, dem ich bewusst nacheifere; ich bewundere Autoren, die kein Wort zu viel brauchen, aber große, lebendige Bilder erschaffen. Von all denen fließt dann garantiert auch etwas in mein Schreiben ein.

Welche Autorinnen-Pläne hast du für 2022? Sind Lesungen für “Wölfe vor der Stadt” geplant?

Ja, zum Glück gibt es einige Pläne, zum Beispiel diese: Am 20. April lese ich in Gotha, zusammen mit Martin Valkenstijn, dem Kopf hinter MOSAIC, und Fuchstraum, einem lieben Autoren-Kollegen aus Erfurt. Am 21.04. bin ich solo in Gera, in der Stadtbibliothek. Im Mai steht dann z.B. ein Termin in Leipzig auf dem Programm (Leipzig lässt mich zum Glück nicht los…): Dort wird am 21. Mai der Literarische Salon nachgeholt, der eigentlich zur Buchmesse stattfinden sollte. Außer mir werden spannende Autoren aus der Edition Outbird vor Ort sein und es gibt neben dem Bücher- auch einen Whisky-Tisch. Also, viele gute Gründe, um vorbeizukommen! 

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SARKE: Allsighr

Auch 2021 liest sich das Line Up von SARKE wie ein Who-is-who des norwegischen Black Metals. Obwohl – lesen muss man eigentlich nix, denn kaum erklingt Nocturno Culto’s kratzige Stimme, ist schon klar, dass zumindest er mit an Bord ist… » Artikel lesen “SARKE: Allsighr”